Couchpotatoe

Wie ich 25 Kilo verloren habe und zum Läufer wurde

Die Zahlen auf der Waage waren mir herzlich egal. Nachdenklich wurde ich, als ich immer mehr Mühe hatte, vom Sofa aufzustehen. So durfte das nicht weitergehen, ich musste endlich was ändern.

Sport ist Mord. Und ich wollte leben.

Den inneren Schweinehund überwinden

Als Webentwickler hatte ich einen Bürojob, war entsprechend unbeweglich. Da Sport für mich anstrengend war, hatte ich es gar nicht weiter probiert – ich wollte auch gar nicht. Vom Sofa wollte ich allerdings noch aufstehen können, ohne gleich außer Atem zu geraten. Irgendwann verstand ich es endlich: Ich musste – nein – ich wollte etwas ändern.

Über Umwege in die Laufschuhe

Jahrelang war ich Mitglied im Fitnessstudio – allerdings nur für die Statistik, denn hingegangen bin ich nicht. Doch mit der Initialzündung im Kopf und dem Willen etwas zu tun, wechselte ich das Studio und fand dort einen guten Betreuer. Jemand, der an mich glaubte und mir einen persönlichen Abnehm- und Bewegungsplan mit Zirkeltraining, Cardio und Gewichte erstellte. Schnell waren erste Ergebnisse zu sehen und mein Vertrauen in mich selbst wuchs.

Zum Laufen selbst kam ich im September 2016 durch einen Zufall: Der Trainer unserer Bootcamp-Gruppe fragte uns, ob wir ihn privat zum Laufen begleiten wollen. Er war MMA-Sportler, wollte etwas für seine Ausdauer tun und hatte wenig Lust allein zu laufen. Und da der Zusammenhalt in der Gruppe groß war, verabredeten wir uns. Schuhe – aus heutiger Sicht schlechte – hatte ich, Laufklamotten waren schnell online bestellt. Als der Herbst zwei, drei Wochen später die kalten Temperaturen und den Nebel brachte, wurde es den anderen zu ungemütlich. Also lief ich an einem Sonntagmorgen vor dem Frühstück allein los.

Auf der einen Seite war es für mich richtig anstrengend, auf der anderen Seite genoss ich die menschenleeren Straßen. Ich fand eine innere Ruhe, die mich faszinierte. Genau davon wollte ich unbedingt mehr.

Eckhard, Marc und ich nach einem gemeinsamen Lauf.

Zurück im Fitnesstudio erzählte ich Eckhard begeistert von meinem Erlebnis. Der ehemalige Langstreckenläufer wollte eigentlich überhaupt nicht mehr laufen, entschloss sich aber mitzukommen. Wir motivierten uns die kommenden Wochen gegenseitig, weiterzumachen und überzeugten dann auch Marc, mitzulaufen.

Später wechselte ich vom Fitnessstudio in die Crossfit-Box und mochte es. Nun begeisterten mich zwei Sportarten: Crossfit und Laufen. Doch irgendwann entschied ich mich, das eine dem anderen vorzuziehen. Jetzt schnürte ich nur noch meine Laufschuhe.

Spaß + Ehrgeiz = Wettkampf

Ich wollte anfangs einfach nur im Park laufen, keine Wettkämpfe bestreiten. Eckhard ahnte, dass es anders kommen würde: Im Dezember 2016 nahm ich am Silvesterlauf in Hannover teil und bekam tatsächlich Lust auf mehr. Ein halbes Jahr später lief ich in Hannover im April 2017 meinen ersten Halbmarathon in einer Zeit von 2:16 Stunden. Ein unvergesslicher Sieg über mich und vor allem über meinen inneren Schweinehund.

Nun hatte mich der Lauf-Virus gepackt. Mein neues Ziel: Das selbe „Ding“ wollte ich ein Jahr später in unter zwei Stunden laufen. Es kam jedoch anders: Schon im Training lief ich dutzend Halbmarathon-Distanzen, die sogar schon schneller waren. Anfang 2018 lief ich in New York meine damalige Halbmarathon-Bestzeit in 1:44 Stunden. Was tatsächlich aus meinem Ziel wurde: Mein erster Marathon. Und das 1,5 Jahre nach meinem Laufeinstieg.

Ohne die Unterstützung und Motivation durch meine Lauffreunde Eckhard und Marc wäre ich wohl nicht so weit gekommen. Auch heute noch laufen wir zusammen und erinnern uns gerne an unsere Anfänge.

Jeder Anfang ist schwer. Nun möchte ich dich unterstützen.

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